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Basteln gegen das Vergessen

2. November 2018
Geistige Fitness ist einer der Grundpfeiler für ein erfülltes Leben im Alter. Übungen fürs Köpfchen sind die optimale Möglichkeit, um graue Zellen frisch zu halten und den geistigen Alterungsprozess zu verlangsamen.  Dabei kann man zwischen zwei Arten des Trainings unterscheiden: Gedächtnistraining und Gehirntraining.   Das Gedächtnistraining konzentriert sich vor allem auf die Fähigkeit, sich Dinge schneller und länger zu merken. Das Laufdiktat ist vielen sicher noch aus der Grundschule bekannt. Generell gilt: je früher und häufiger unser Gehirn mit abwechslungsreichen Aktivitäten angeregt wird, desto besser. Im Gegensatz zum Gedächtnistraining zielt das Gehirntraining auf die Anregung ganz verschiedener Hirnareale ab. Mit den passenden Übungen verbessert sich die Plastizität des Gehirns – also die biologische, chemische und funktionelle Anpassungsfähigkeit der Synapsen. Übertragen auf den Alltag bedeutet das unter anderem:  Wir können uns – selbst im hohen Alter – neuen Situationen stressfrei, flexibel und schnell anpassen.   Basteln als motorische Übung   Ideale Übungen im Rahmen des Gehirntrainings regen zum einen die Kreativität an. Empfehlenswert ist dies vor allem für Personen, die einen routinierten Arbeitsalltag mit  wiederkehrenden Denkprozessen haben. Zum anderen empfiehlt es sich, den Tastsinn zu fördern und zu fordern. Denn mit steigendem Alter nimmt das Feingefühl in Händen und Fingern an Genauigkeit ab.   Optimal vereint werden beide Aspekte beim Basteln oder Handwerken. Ob Origami-Techniken, Modellbau oder Deko-Accessoires für die Wohnung – die kreative Gehirnhälfte wird trainiert, die neuronale Plastizität wird gefördert und Sie können sich gleichzeitig entspannen und etwas Schönes kreieren. Nicht nur zur Weihnachtszeit eine echte Win-win-Situation. Unser Vorschlag: Gestalten Sie doch in diesem Jahr ihren Adventskalender einfach mal selbst. Egal ob für die Liebste oder den Liebsten, die Kinder oder Ihre Enkelkinder – das Ergebnis ist vier Wochen lang eine echte Freude und das vielleicht erfolgreichste Geschenk 2018. Gehirntraining gibt es inklusive.

Ich hab’ Rücken!

30. Oktober 2018
Schon Horst Schlämmer aka Hape Kerkeling beklagte sich in seinen Sketchen am laufenden Band über seinen schmerzenden Rücken. Das Symptom ist in den letzten Jahrzehnten zu einer echten Volkskrankheit mutiert. Warum fast jeder über sie klagt und was man gegen Rückenschmerzen tun kann – wir haben uns für Sie auf die Suche nach Antworten gemacht.   Rückenschmerz – von akut bis chronisch   Rücken ist nicht gleich Rücken. Der Schmerz kann nicht nur unterschiedliche Ursachen haben, sondern sich auch in verschiedenen Ausprägungen verfestigen. In der Regel wird zwischen akutem (dauert weniger als 6 Wochen), subakutem (6 bis 12 Wochen) und chronischem (über 12 Wochen) Rückenschmerz unterschieden. Zudem können unterschiedliche Bereiche des Rückens betroffen sein. Am häufigsten sitzt der Schmerz im unteren Rücken, da die Muskeln hier besonders stark beansprucht werden und die hohe Belastung oft zu Muskelverspannungen oder sogar Bandscheibenvorfällen führt. Äußerst belastend ist jedoch auch der Schmerz im oberen Rücken bzw. im Nacken-Bereich, da dieser mitunter sogar in den Kopf oder die Arme ausstrahlen kann.   Wenig Sport und falsche Haltung   Die Ursache für Rückenschmerzen ist oftmals eine Kombination aus körperlichen Dysbalancen (d.h. Muskelverkürzungen oder Muskelabschwächungen durch falsche Haltung) und psychischen Ursachen, zum Beispiel Stress. In der Regel sind vor allem Bewegungsmangel und die Fehlhaltung am Arbeitsplatz die Quelle für verspannte und verhärtete Muskeln. Diese wiederum können den Rückenschmerz fördern und in besonders harten Fällen sogar zu echten chronischen Rückenkrankheiten führen. Es wird also höchste Zeit, aktiv etwas für den Rücken zu tun.   Bewegung gegen die Schmerzen   Keine Angst. Sie haben gute Chancen, die muskulären Rückenschmerzen los zu werden – aber dafür müssen sie sich bewegen. Regelmäßiger Sport stärkt die Rückenmuskulatur und baut zugleich Stress ab. Empfehlenswert sind Ausdauersportarten wie Fahrradfahren, Walken oder Schwimmen. Dauert der Schmerz bereits lange an, ist es empfehlenswert, zur Physiotherapie zu gehen und die Muskeln dort schonend wieder in Gang setzen zu lassen. In jedem Fall sollten Sie sich vom Arzt durchchecken lassen. Zur Vorbeugung eignet sich auch der Besuch einer Rückenschule. Dort lernen Sie, alltägliche Verhaltensweisen rückenschonend durchzuführen.

Rotwein ist gesund – stimmt’s?

16. Oktober 2018
Was mit „Zum Wohl!“ zelebriert wird, kann so falsch nicht sein … Speziell dem Rotwein wird eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit zugeschrieben. Wein-Liebhaber wie Franzosen oder Italiener haben ein nachweislich geringeres Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Doch hängt das tatsächlich mit dem Rotweingenuss unserer Nachbarn zusammen?   Antioxidantien-Power   Schon in der Antike galt Rotwein als Heilmittel. Dem Getränk wurde eine desinfizierende, beruhigende und schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben – was nicht nur dem Alkoholgehalt zuzuschreiben ist. Wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen, dass die im Rotwein enthaltenen Stoffe freie Radikale neutralisieren. Dadurch wird der Körper vor Gefäßkrankheiten geschützt und der sogenannten Arteriosklerose kann vorgebeugt werden. Vor allem die im Rotwein enthaltenen Polyphenole wie Anthocyan oder Resveratol gelten als wichtige Antioxidantien, die entzündungshemmend und krebsvorbeugend wirken. Auch Herz und Kreislauf kommen durch ein Gläschen Wein in Schwung – was jedoch in erster Linie dem Alkohol zuzuschreiben ist. Hier wirkt Weißwein also genau so gut wie Rotwein. Was jedoch bei aller Euphorie nicht aus dem Blick geraten sollte, ist, dass Alkohol ein Zellgift ist. Während anfängliche Reaktionen wie die Weitung der Blutgefäße noch als positiv durchgehen können, sind die Belastung der Leber, Stimmungsschwankungen und ein eingeschränktes Reaktionsvermögen schon weniger schön.   Genuss in Maßen   Gegen ein Glas Wein zum Feierabend ist nichts einzuwenden – so lange man nicht nach dem Motto „Viel hilft viel“ agiert. Denn andere Lebensmittel können mit ihren Inhaltsstoffen sicher auch viel Gutes für unsere Gesundheit tun, ohne dabei wie Rotwein zu 10 bis 14 Prozent aus Alkohol zu bestehen. Generell gilt: Eine erwachsene Frau sollte sich pro Tag auf 20 Gramm Alkohol beschränken, ein Mann auf 30 Gramm. Das entspricht etwa einer Menge von 0,15 bzw. 0,25 Liter. Eine überschaubare Menge, die sich abends auf dem Sofa genüsslich in die Länge ziehen lässt.

Heiße Zitrone hilft bei Erkältung – stimmt’s?

26. September 2018
Der Sommer war heiß und der Herbst steht in den Startlöchern. Temperaturschwankungen, Nieselregen und Wind können unsere Abwehrkräfte in den kommenden Wochen auf eine ganz schön harte Probe stellen, wenn der Körper dem Sommer noch nachhängt. Beim ersten Kratzen im Hals, Husten und Heiserkeit wird dann oft zu einem scheinbar altbewährten Mittel gegriffen. Doch was ist tatsächlich dran an den Heilkräften des Zitronendrinks?   Vitamin C-Granate?   Fangen wir bei der Zitrone an. Sie gilt mit 52 Milligramm pro 100 Gramm als wahre Vitamin C-Bombe. Der sogenannten Ascorbinsäure kommt in unserem Immunsystem eine wichtige Rolle zu, außerdem ist Vitamin C wichtig für viele Stoffwechselvorgänge sowie für die Bildung von Botenstoffen und Hormonen. Da der Mensch selbst kein Vitamin C bilden kann, muss unsere Versorgung gänzlich über die Nahrung sichergestellt werden. Empfohlen werden rund 100 Milligramm pro Tag. Schneller als mit Zitronensaft deckt man diesen Bedarf unter anderem mit Rosenkohl (110 Milligramm), Brokkoli (115 Milligramm), roter Paprika (140 Milligramm) oder Petersilie (160 Milligramm). Alle Werte je 100 Gramm. Die Zitrone hat in Sachen Vitamin C also nicht die Nase vorn.   Kein echtes Heilmittel   Darüber hinaus kann Vitamin C keine Erkältung heilen. Selbst als Vorsorge gegen Krankheitserreger scheint die Ascorbinsäure nicht zu nutzen, zu diesem Ergebnis kommen zumindest verschiedene Studien. Allerdings kann Vitamin C dabei helfen, die Dauer einer Erkältung zu verkürzen. Allerdings nur, wenn die Einnahme regelmäßig erfolgt. Ob das Vitamin C seine Wirkung tatsächlich entfalten bzw. ob die empfohlene Menge von 100 Milligramm im Körper ankommen kann, ist bei der Heißen Zitrone jedoch nicht garantiert. Denn häufig wird der Saft mit kochendem Wasser aufgegossen. Dabei wird die Ascorbinsäure zerstört. Wer etwas von dem Vitamin haben will, sollte höchstens 60 Grad heißes Wasser für den Gesundheitsdrink nutzen. Als letzter wichtiger Bestandteil der Heißen Zitrone gilt der Honig. Zwar ist das natürlich Süßungsmittel dank seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften sicher eine bessere Beigabe als Industriezucker. Dennoch ist auch durch eine kleine Menge Honig im Kampf gegen eine bereits aufkeimende Erkältung kein Wunder zu erwarten. Ein besserer Tipp: Angemessen warme Kleidung, eine ausgewogene Ernährung und viele Vitamine jeden Tag. Dann hat die Erkältung ein schweres Spiel.

Trend-Food Kokosnuss

10. September 2018
Die Kokosnuss ist zur Zeit in aller Munde, im wahrsten Sinne des Wortes. Ob als veganer Ersatz für Sahne, im Müsli oder zum Aufhellen der Zähne – das Superfood scheint alles zu meistern. Doch der Reihe nach: Die Kokosnuss ist eigentlich keine Nuss, sondern die Steinfrucht der Kokospalme. Hauptanbaugebiete sind Indien, Indonesien und die Philippinen. Nicht nur die Frucht, sondern auch die Palme, an der sie heranwächst, ist etwas Besonderes.   Die Kokospalme   Trotz ihrer Höhe von bis zu 25 Metern ist der Stamm des Baumes mit einem Durchmesser von ca. 20 bis 30 Zentimetern sehr schmal und somit flexibel genug, um gefährlichen Tropenstürmen standzuhalten. Kokospalmen werden oft über 100 Jahre alt. Ihre produktive Phase erreichen die Bäume mit etwa zwölf Jahren, ab diesem Alter produzieren sie ca. 30 bis 40 Kokosnüsse pro Jahr. Die Palme benötigt dafür besonders viel Süßwasser und Nährstoffe, welche beim Anbau häufig mit Düngern zugesetzt werden, um ein Defizit auszugleichen. Geerntet wird ganzjährig, da sich die Früchte am Baum in unterschiedlichen Reifestadien befinden. Die Ernte geeigneter Kokosnüsse erfolgt entweder vom Boden aus mit langen Messern an Bambusstäben, durch Baum-Kletterer oder auch durch speziell dressierte Affen. 

So gut wie alle Bestandteil der Kokosnuss werden verarbeitet. Zunächst gewinnt man das Kokoswasser aus dem Inneren über eines der drei Keimlöcher. Anschließend öffnet man die braune Schale und entnimmt das Fruchtfleisch. Die Schalen können zu Gebrauchsgegenständen wie Gefäßen oder Essbesteck weiterverarbeitet werden. Das nährstoffreiche Fruchtfleisch der Kokosnuss ist zum rohen Verzehr geeignet. Meistens wird es jedoch getrocknet und zum sogenannten Kopra umgewandelt. Aus diesem Zwischenprodukt lasen sich später Kokosmilch, Öl, Mehl, Flocken oder Kokosraspeln gewinnen.   Verkaufsschlager Kokos   Alle Produkte sind bei uns längst nicht mehr nur im Reformhaus erhältlich. So wird das Kokosnussmehl als glutenfreier und besonders ballaststoffreicher Ersatz zu Getreidemehl geschätzt. Kokosmilch setzt sich aufgrund ihres hohen Fettgehalts als veganen Ersatz für Sahne, Creme fraîche und Co. durch. Als besonders gesundes und dazu noch kalorienarmes Erfrischungsgetränk ist Kokoswasser aktuell ein Verkaufsschlager. Kokosfett bzw. Kokosöl kommt zum Backen und Braten zum Einsatz – und verspricht neuerdings auch unkomplizierte Hilfe bei Zahnverfärbungen. Trotzdem sollte man beim Verzehr im Auge behalten, dass viele Kokos-Produkte einen hohen Anteil gesättigter Fettsäuren enthalten und damit keinesfalls ein „Schlankmacher“ sind. Zudem ist der lange Transportweg der Kokosnuss wenig nachhaltig. Es lohnt sich also nicht zwangsläufig, eine Saftschorle durch Kokoswasser, Rapsöl durch Kokosöl oder heimischen Honig durch Kokoszucker zu ersetzen.

Ran an den Pfifferling!

31. August 2018
Herbstzeit ist Pilzzeit. Doch einer eröffnet die Saison schon ein paar Wochen früher – der Pfifferling nämlich. Ihn können Pilzsammler mit etwas Glück schon ab Juni ernten. Hauptsaison ist von Juli bis Oktober. Kam der Pilz früher noch in Hülle und Fülle vor (der Ausdruck „keinen Pfifferling wert“ könnte auf diesen Überfluss hindeuten …) sorgen trockene Sommer und Luftverschmutzung heute dafür, dass der Speisepilz in unseren heimischen Laub- und Nadelwäldern immer seltener anzutreffen ist.   Ein echter Naturbursche   Der Großteil der Ernte, die heute auf unseren Tellern landet, stammt aus Osteuropa. Kommerziell angebaut werden kann der „Eierschwamm“ übrigens bis heute nicht. Wer den Speisepilz sammeln möchte, muss es in seiner natürlichen Umgebung tun. Denn der echte Pfifferling geht eine Symbiose mit Fichte, Tanne, Rotbuche, Kiefer bzw. Eiche ein und kann nur mit ihrer Hilfe gedeihen. Wo deren Wurzeln nah an der Erdoberfläche verlaufen, ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß, reiche Bestände zu entdecken. Sofern das Wetter feucht genug ist. Nach heißen Gewittertagen schießen die Pilze mancherorts förmlich aus dem Boden. Seinen Namen verdankt der Pfifferling seinem würzig-pfeffrigen Geschmack. Er ist kalorienarm und steckt zugleich voller Vitamin D und B2. Das macht den Pilz nicht nur für Vegetarier attraktiv, denn die Vitamine sind wichtig für den Knochen- und Muskelaufbau. Wie alle Pilze, reichert sich zwar auch der Pfifferling leicht mit Schwermetallen wie Kalium oder Blei sowie radioaktiven Stoffen an – doch es bestehlt kein Grund zur Panik. Da die Saison der Wildpilze ohnehin begrenzt ist, darf die empfohlene Menge von einer Portion Waldpilze pro Woche ohne Weiteres auch mal überschritten werden. Nur Kleinkinder und Schwangere streichen Pfifferlinge vorsichtshalber vom Speiseplan.   Zum Verwechseln ähnlich   Wer den Pfifferling eigenhändig sammelt, sollte sich seiner Sache sicher sein. Denn während der Falsche Pfifferling ungefährlich und lediglich geschmacklos ist, ist der Spitzgebuckelte Rauhkopf einer der giftigsten Pilze in Mitteleuropa. Wer lieber zur Markt-Ware greift, für den ist die Farbe ein Frische-Indikator. Die Pilze sollten leuchtend Gelb sein und ohne dunkel gefärbte Hutränder daher kommen. Dann steht dem Pilzgenuss nichts im Weg.

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