Ganz schön genial: das Ei

Am 16. April ist Ostersonntag. Im Mittelpunkt des Festes steht in vielen Haushalten wieder das Hühnerei. Zu Ehren der Auferstehung wird es bereits seit dem 13. Jahrhundert in christlichen Haushalten bunt bemalt. Doch auch ohne zusätzliche Verzierung macht so ein Ei ganz schön was her.

In vielen Schöpfungsmythen – beispielsweise bei den Indern, Persern, Ägyptern und Griechen – stand das sogenannte „Weltenei“ am Anfang allen Lebens. Die moderne Wissenschaft hat die Genialität des Gebildes nicht etwas widerlegt, sondern bestätigt. Denn das Ei bietet dem Embryo nicht nur Nahrung bis zum Tag des Schlüpfens, sondern auch Schutz vor Stößen oder dem Wegrollen, Austrocknung, Bakterien und Viren.

 

Harte Schale, genialer Kern

 

Dieser Schutz ist so wirksam, dass ein Ei ungekühlt zwei Wochen ohne Qualitätsverlust gelagert und anschließend gegessen oder – wenn es befruchtet wurde – sogar noch ausgebrütet werden kann. Obwohl die Schale eines Hühnereis nicht dicker als 0,5 Millimeter ist, ist es nahezu unmöglich, ein aufrechtes Ei zwischen den Fingern zu zerdrücken. Dafür sorgt die gleichmäßige Verteilung der Kräfte durch die besondere Ei-Form. Sie ist bis heute ein Vorbild für viele architektonische Bauwerke.

Obwohl alleine in Deutschland jährlich über 19 Milliarden Hühnereier konsumiert werden, haftet dem Nahrungsmittel Ei nicht unbedingt ein guter Ruf an. Zu Unrecht. Schließlich stecken in einem Hühnerei fast alle Vitamine außer Vitamin C. Gleichzeitig ist es sättigend und liefert viele gut verwertbare Proteine, ohne besonders kalorienhaltig zu sein. Ein durchschnittliches 60-Gramm-Ei liefert enthält weniger als 100 Kalorien.

 

Cholesterin-Bombe?

 

Der Cholesterin-Gehalt im Ei wurde lange als bedenklich eingestuft. Heute gilt der Grundsatz, dass pro Woche bedenkenlos mehrere Eier verzehrt werden können. Denn zum einen steckt im Ei das „gesunde“ HDL-Cholesterin. Und zum anderen liefert das Ei mit Lecithin den besten Stopp für die Aufnahme von Cholesterin gleich mit.

Luft, die durch die Kalkschale ins Ei gelangt, ist übrigens die Grundlage für den berühmten Wasserglas-Test. Er gibt Auskunft darüber, ob ein Ei noch zum Verzehr geeignet ist. Bleibt das Ei in einem mit Wasser gefüllten Glas am Boden liegen, ist alles in Ordnung. Richtet es sich auf, sollte es bald gegessen werden. Schwimmt es oben, ist es zu alt, um noch auf dem Teller zu landen.